IWUD GmbH: Softwarepatente behindern Ingenieurbüros - nicht nur im IT-Sektor
IWUD GmbH ist ein kleines mittelständiges Ingenieurbüro welches im Bereich der wasserwirtschaft Tätig ist. Wir erstellen Gutachten in den Bereichen Hochwasserschutz, Grundwasser, Schmutzfrachtberechnungen, Kanalnetzsanierung, Gewässergüte etc. unter Verwendung moderner Simulationsmodelle.
Andreas Koch
geschäftsührender Gesellschafter der IWUD GmbH
Obgleich IWUD derzeit selbst keine Software verkauft, sind wir dennoch von Softwarepatenten betroffen. Einerseits benötigen wir schnell an die Anforderungen einzelner Projekte anpaßbare Software. Große Unternehmen können solche Anpassungen nicht im geforderten Zeitrahmen und zu wirtschaftlichen Konditionen leisten. Deswegen entwickeln wir einen Teil unsere Werkzeuge selbst und verwenden verstärkt freie Software, die wir selbst anpassen und weiterentwickeln können.
Die Direktive stellt für unser Geschäft ein neues Risiko dar. Wir erwarten, daß uns weniger und qualitativ schlechtere Software zur Verfügung stehen wird. Das erschwert natürlich auch uns, hochwertige Ergebnisse zu erzielen und verteurt unsere Produkte.
Ausserdem planen wir einen Teil unsere eigenentwickelten Software Tools als frei Software zu veröffentlichen um sie anderen zur Verfügung zu stellen. Wir erhoffen uns davon eine höhere Qualität und eine schnelleren Entwicklungszyklus der zum Teil komplexen Software.
Ob die Software von Patenten betroffen wäre, können wir nicht feststellen. Das finanzielle Risiko das sich aus möglichen Patentansprüchen dritter und daraus resultierenden Rechtsstreitigkeiten ergeben könnte, kann unser kleines Unternehmen nicht tragen. Sicherheitshalber würden wir daher im Falle der uneingeschränkten Patentierbarkeit von Software, wie sie der jetzige Ratsbeschluss ermöglicht, auf eine Veröffentlichung verzichten. Zum Schaden aller die sich mit ähnlichen Problemen befassen und so das "Rad" immer wieder aufs neu erfinden müssen.
